Geschichte – 2016 – Wissenschafts-Wochenende

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Am 21. und 22. Mai 2016 führte ich in Kooperation mit Sabine Zeller vom Ostschweizer Forum für Hochbegabung das Wissenschafts-Wochenende durch. Ziel war es, Kindern eine Übersicht über die verschiedenen Wissenschaften zu geben. Wir fanden sieben Personen aus Forschung und Schulwesen, die je einen Tag ihrer Zeit einsetzten, um den 43 Mädchen und Jungen mit spannenden interaktiven Workshops sechs verschiedene Bereiche der Wissenschaft näher zu bringen. Zu Beginn jeden Tages fand zusätzlich ein dreiviertelstündiger Vortrag statt, einmal zum Thema Naturwissenschaften und einmal zu den mathematikbasierten Wissenschaften.

Prof. Jens Gallenbacher beim Wissenschafts-Wochenende 2016

Die Vorträge wurden von Prof. Jens Gallenbacher und Dr. Daniel Kiper gehalten. Die Workshops wurden durchgeführt von:

  • Informatik: Prof. Jens Gallenbacher
  • Mathematik: Dmitrij Nikolenkov
  • Elektrotechnik: Alexey Ignatyev
  • Biologie: Dr. Daniel Kiper
  • Chemie: Dr. Juraj Lipscher
  • Physik: Dr. Brigitte und Urs Hänger

Das Wissenschafts-Wochenende wurde durch die grosszügige Unterstützung der diversen Beteiligten möglich. Einige der Kursleitenden arbeiteten unentgeldlich. Die Metrohm Stiftung beteiligte sich als Hauptsponsor, die Räumlichkeiten wurden von Prof. Dr. Juraj Hromkovič vom ABZ (Samstag) und von Dr. Daniel Kiper vom Life Science Center Zürich (Sonntag) kostenlos bereitgestellt. Die Fördervereine OFFH sowie KinderUni des EHK halfen beim Finden von TeilnehmerInnen. Das Wissenschafts-Wochenende hätte ohne die unermüdliche Unterstützung von Sabine Zeller und ihrer KollegInnen vom OFFH niemals stattfinden können. Ein weiteres wichtiges Puzzleteil in der Organisation stellten die Jugendlichen und jungen Erwachsenen dar, die als JungleiterInnen die Teilnehmenden Tag und Nacht betreuten.

Spiel und Spass am Wissenschafts-Wochenende 2016

Ursprünglich hatte ich die Idee für das Wissenschafts-Wochenende in einer langweiligen ETH-Vorlesung, in der ich dachte, dass die Wissenschaften so viel spannender sein könnten, wenn sie nur richtig erklärt würden. Dies brachte mich auf den Gedanken, dass viele Kinder in der Schule ein völlig falsches negatives Bild der Wissenschaften vermittelt bekamen und ich beschloss, einfach mal ein paar Professoren anzuschreiben, um zu sehen, ob sie bereit wären, an einem Wochenende einen Kurs zu halten. Ich wurde vom Resultat schier davongeblasen, die Resonanz war gewaltig. Innert weniger Monate fanden sich über ein Duzend Menschen, die bereit waren, sich mit ihrer Zeit und ihren Ressourcen für meine Sache einzusetzen. Dr. Daniel Kiper sagte gar: “es ist nicht eine Frage des Dürfens. Es ist deine Pflicht, solche Anlässe durchzuführen, denn sie sind unbedingt notwendig.” Dieser Satz leitet mich bis heute.

Die sehr aktiven Teilnehmenden des Wissenschafts-Wochenendes 2016

Am meisten überraschten mich jedoch die Teilnehmenden. Diese wurden vom Wissenschafts-Wochenende stark beansprucht: in nur zwei Tagen und einer kurzen Nacht wurden sie 14 Stunden mit Informationen vollgepumpt. Darunter befanden sich auch Kinder mit ADS und solche, die von ihren Schulen als “Problemkinder” gebrandmarkt wurden. Für uns aber bot sich ein gänzlich anderes Bild: Nicht eine einzige der 43 Personen fiel während der beiden Tage in irgendwelcher Form negativ auf – im Gegenteil! Ausnahmslos alle waren voll bei der Sache und liessen sich immer und immer wieder von den Kursleitenden packen, unabhängig von ihrem Alter und Hintergrund. Für einige war es das erste Mal, dass ihre Gehirne so richtig gefordert wurden. Auch wurden die Kursleitenden nicht müde ab den endlosen Fragen der Teilnehmenden und beantworteten diese unermüdlich, so gut sie konnten. Wie wir erfuhren, entsprach dies nicht den Praktiken vieler Lehrpersonen, von denen einige ihren SchülerInnen teils Fragen einschränkten oder gar kurzerhand verboten. Die Betroffenen fühlten sich erstmals ernst genommen und bombardierten die Leitenden mit Fragen und kritischen Einwänden, die uns alle verblüfften (n.b. ich bin jedes Jahr aufs Neue verblüfft von “meinen” Kindern, daran kann man sich wohl nie gewöhnen). Anderthalb Jahre später erfuhr ich von einer Pädagogin, dass ein Teilnehmer im Wissenschafts-Wochenende neuen Lebensmut geschöpft hatte und darauf einen Teil seiner akademischen Laufbahn stützte. Da dies genau meinem ursprünglichen Traum entspricht, hat mich diese Aussage sehr gerührt.

Mit einer Prismabrille Bälle werfen am Wissenschafts-Wochenende 2016