Geschichte – 2017 – Projekt “Robotik” @ KinderUni Sommercamp

Seit Jahren biete ich im Sommerlager der KinderUni des EHK jährlich ein Projekt an, jeweils mit technischen Themen. Nachdem 2016 Alexey Ignatyev ebenfalls Kursleiter wurde, beschlossen wir 2017, das erste Tandemprojekt der KinderUni anzubieten. Dies bedeutet, dass wir unsere Kompetenzen vereinigten, um zwei verknüpfte Projekte anzubieten, die nach der Hälfte des Camps vereinigt wurden. Während Alexey in seinen Kursen Themen wie 3D-Modellierung, Mechanik und Elektrotechnik behandelte, unterrichtete ich die Programmierung mit C++ für Arduino und die Steuerung der diversen Motortypen, beziehungsweise das Auslesen und die Analyse von Sensorenwerten. Jeder von uns hatte eine Gruppe von 10 Personen, die wir jeweils über Mittag austauschten.

Kreative Zahnräder eines Teilnehmers am KinderUni Sommercamp 2017

Schon am dritten Tag hatten die Teilnehmenden so viel Wissen aufgenommen (regelrecht aufgesogen), dass sie bereit waren für Projekte nach Wahl. Kaum waren sie in einem Raum vereint, hatten die 20 Teilnehmenden schon Gruppen gebildet und stürzten sich in die Projekte. Viele vertieften sich augenblicklich und sehr vollständig in die selbst auferlegten Aufgaben. Ein sehr quirliger Junge, der üblicherweise durch die Räume hüpfte, verbrachte eine volle Stunde regungslos vor dem 3D-Drucker, während das Gerät sein erstes Modell in die Realität brachte. Ein anderer, welchen wir bis dahin als eher impulsiv und sprunghaft kannten, wurde völlig vom 3D-Design eingenommen und verblüffte uns mit dem Einbau von sehr kreativen Elementen an Orten, auf die wir nie gekommen wären.

Die Elektronik im selber gebauten "Gameboy" am KinderUni Sommercamp 2017

Auch die Resultate am Kursende waren beeindruckend in Anbetracht der Gesamtdauer von 5 Tagen (27h Arbeitszeit insgesamt, inklusive Lernphase) und dem Alter der Teilnehmenden, das zwischen 12 und 15 Jahre betrug. Eine der Kreationen war eine voll funktionsfähige mobile Spielkonsole, die vollständig vom Projektteam entwickelt und realisiert worden war – von der Programmierung der Spiele (Snake und Pong) über das auf Mass hergestellte Chassis bis hin zu der Elektronik für die Verwaltung des Batteriebetriebs.

Unmittelbar nach dem Projekt stellte sich für Alexey und mich automatisch die Frage, was die Teilnehmenden zustande gebracht hätten, wenn die verfügbare Zeit grösser gewesen wäre. Aus dieser Überlegung folgte die Idee für den Erfinderworkshop 2018.

Testdruck eines selber entwickelten 3D-Druckers